Würmtaler Gedenkzug 2008 am 3.Mai

Bürgerschaftliche Tradition mit Appell an die Jugend

Der Verein "Gedenken im Würmtal" veranstaltet am Samstag, den 3. Mai 2008, wieder seinen Gedenkzug zur Erinnerung an den "Todesmarsch von Dachau". Mit diesem elften Gedenkzug in den vergangenen zehn Jahren setzen wir die Tradition fort, die die "Würmtaler Bürgerinitiative" im Jahre 1998 begann, um an die KZ-Häftlinge zu erinnern, die in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 durch die Würmtal-Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting in Richtung Alpen getrieben wurden - "ins Ungewisse", wie auf dem Mahnmal geschrieben steht, das die vier Gemeinden im Jahre 1989 errichteten, das mittlerweile in allen Orten zwischen Dachau und Waakirchen, dem Ort der Befreiung, an den Leidensweg der letzten Opfer des Nazi-Regimes erinnert. "Denkmale lebendig machen" lautet unser erstes Motto.

Ort und Zeit

Der Gedenkzug beginnt in Lochham, dem nördlichen Ortsteil von Gräfelfing, und endet vor dem Rathaus in Gauting, der "Pioniergemeinde", die die Initiative zur Errichtung von Todesmarsch-Mahnmalen ergriffen und freundschaftliche Verbindungen mit Überlebenden und ihren Familien hergestellt hat. Dies sind die Orte und Zeiten des diesjährigen Gedenkzugs:

   Lochham       Pasinger Str. 94 (Elektromarkt MediMax)   13.30 Uhr
   Gräfelfing    Mahnmal - am Friedhof                     14.00 Uhr
   Planegg       Mahnmal - Pasinger-/Germeringer Str.      15.00 Uhr
   Krailling     Mahnmal Gautinger Straße                  15.45 Uhr
   Stockdorf     Baierplatz                                16.15 Uhr
   Gauting       Mahnmal am Friedhof Planegger Straße      16.45 Uhr 
                 Rathausplatz - Ende gegen                 17.45 Uhr 

Feiern vor den Mahnmalen

Wesentlicher Bestandteil der Würmtaler Gedenkzüge sind die kurzen Feiern vor den Mahnmalen der vier Gemeinden. Dort findet wieder folgendes "Zeremoniell" statt:

  • Begrüßung durch den Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin,
  • Gedenkworte durch Schüler der örtlichen Gymnasien,
  • Religiöser Gesang durch Kinder der örtlichen Musikschule,
  • Totengebete durch jüdische Überlebende und evangelische und katholische Geistliche.

"Den Stab der Erinnerung an die Jugend weitergeben"

An den überparteilichen und überkonfessionellen Gedenkzügen nehmen Bürgerinnen und Bürger aller Generationen teil. Wir versuchen jedoch ganz besonders, die jüngere Generation zu mobilisieren. Deshalb finden die Würmtaler Gedenkzüge in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Gymnasien statt. Lehrer, die im Verein mitarbeiten, und Vertreter der Schülermitverwaltung organisieren selbständig die Mitwirkung ihrer Mitschüler. Deshalb lautet unser zweites Motto: "Den Stab der Erinnerung an die Jugend weitergeben".

Gäste aus Israel und Frankreich

Sehr oft schon haben Überlebende des Todesmarsches von Dachau, die in Israel leben, mit ihren Kindern und Enkeln an unseren Gedenkzügen teilgenommen. Auch im Jahre 2008 ist wieder - auf Einladung der Gemeinde Gauting - eine größere Gruppe zu Gast. Bei der Feier vor dem Mahnmal in Planegg werden wir wahrscheinlich eine zweite ausländische Gästegruppe begrüßen dürfen: eine Delegation aus der französischen Stadt Meylan, mit der die Würmtal-Gemeinde Planegg eine gut funktionierende Städtepartnerschaft pflegt. Die Einwohner der savoyischen Stadt, die im 2. Weltkrieg eine Hochburg des Widerstands gegen die deutsche Besatzung war, werden miterleben, wie ihre deutschen Partner der Opfer der Nazi-Diktatur gedenken.