Veranstaltungen - Vorträge durch Überlebende

Ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Konzepts der Bürgerinitiativen, die im April 1999 zehn Gedenkzüge zur Erinnerung an die Todesmärsche von Dachau organisierten, waren Vorträge von Überlebenden und Initiatoren der gemeinsamen Gedenkarbeit vor Gymnasien und vor der Bürgerschaft in den jeweiligen "Mahnmals-Orten", wo einzelne Gedenkzüge begannen.

Einladung zu einem Informationsabend

Gedenkzüge und Vorträge wurden der Bürgerschaft als gemeinsames Projekt auf demselben Plakat präsentiert.

In den folgenden Jahren hielten Überlebende der Todesmärsche von Dachau Vorträge auch in mehreren Gymnasien, die sich durch ihre Lehrer- und Schülerschaft sehr aktiv für unsere Gedenkzüge engagierten.

An folgenden Orten fanden in Verbindung mit den Gedenkzügen solche Vortragsveranstaltungen statt:

  • Dachau
  • Würmtal
  • Starnberg
  • Wolfratshausen
  • Mühldorf

Mühldorf - Mühldorfer Bürgerinitiative "Gedenken Todesmarsch von Dachau"

Der Mühldorfer Gedenkzug 1999 fand am Samstag, den 1. Mai statt Er führte Vom Ort Ecksberg am Westrand der Stadt Mühldorf zum ehemaligen KZ Lager Mettenheim und zur Bunkerbaustelle im Mettenheimer Holz, zum KZ Holzgasse ("Waldlager") im Ampfinger Holz und von dort zum Bahnhof Ampfing, wo die Häftlinge der beiden Lager in Güterwaggons verladen wurden, mit denen sie über München bis zum Starnberger See (Tutzing, Seeshaupt, Iffeldorf) transportiert wurden.

In Ecksberg, an den beiden Lagerstandorten, an der Bunkerbaustelle und am Ampfinger Bahnhof wurden von den Bürgermeistern der jeweiligen Orte Worte des Gedenkens gesprochen.

Der Zug wurde von Franz Mittermeier geleitet, der als Bub den Häftlingen Brot in den Wald brachte und dessen Vater drei Häftlinge bis zur Ankunft der alliierten Truppen auf seinem Bauernhof versteckte.

Folgende Unterlagen dokumentieren diesen Gedenkzug:

  • Plakat und Presseausschnitte
Plakat des Gedenkzuges in Mühldorf 1999 Zeitungsartikel: Juden auf Todesmarsch versteckt
Zeitungsartikel: Bunkergelände soll Mahnmal werden Zeitungsartikel: Gedenkzug zu den Bunkern
  • Bürgerinitiative und Karten der Lager
Mitglieder der Initiative Brief der Initiative zur Motivation
Karte mit Positionen der Lager Karte mit Positionen der Lager
  • Fotos
Jochen Vogel spricht Gedenkworte in der Ruine des Bundergewölbes
  1. Dr. Hans-Jochen Vogel, Bundesminister a. D. und Gründungsvorsitzender des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie", spricht Gedenkworte in der Ruine des Bunkergewölbes, die zum Moloch für Tausende von Zwangsarbeitern wurde. Max Mannheimer musste im Mühldorfer Bunkerbau schuften.

Starnberg - Starnberger Bürgerinitiative "Gedenken Todesmarsch von Dachau"

Der Mühldorfer Gedenkzug 1999 fand am Samstag, den 1. Mai auf der Strecke des Todesmarsches von Dachau vom Mahnmal Petersbrunn, wo die Häftlinge zum ersten Mal rasteten, über die Gymnasien Starnberg und Kempfenhausen, die Mahnmale von Aufkirchen (Gemeinde Berg) und Dorfen bis zum Mahnmal in Wolfratshausen statt. Der Zug wurde von Er wurde von Frau Ilse Hadrys, Gemeinde Berg, vom Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie" geleitet.

An den vier Mahnmalen in Petersbrunn, Aufkirchen, Dorfen und Wolfratshausen sowie in den Gymnasien Starnberg und Kempfenhausen wurden Worte des Gedenkens gesprochen. In Kempfenhausen verteilten Schüler Wasser und Brot an die Teilnehmer des Zuges.

Folgende Unterlagen dokumentieren diesen Gedenkzug:

  • Plakat und Presseausschnitte
Plakat des Gedenkzuges in Starnberg 1999 Zeitungsartikel zum Gedenkzug
  • Liste der Mitglieder der Bürgerinitiative Starnberg

Liste der Mitglieder

Wolfratshausen - Bürgerinitiative Grünwald/Bad Tölz "Gedenken Todesmarsch von Dachau"

Für die Gedenkzüge von Grünwald über Wolfratshausen und Bad Tölz nach Waakirchen praktizierte die "Südgruppe" unserer gemeinsamen Initiative am Sonntag, den 2. Mai ein anderes Organisationsmodell. Ernst Holhaus veranstaltete mit drei Gruppen Gedenkminuten an den folgenden Mahnmalen, einen kurzen Gedenkzug in Richtung Alpen und dann Busfahrt nach Bad Tölz.

  • Grünwald: vom Mahnmal in Richtung Geretsried und Bad Tölz
  • Geretsried: vom Mahnmal in Richtung Königsdorf und Bad Tölz
  • Wolfratshausen: vom Mahnmal zum Mahnmal Achmühle (Eurasburg) und in Richtung Bad Tölz

In Bad Tölz vereinigten sich alle Busfahrer aus den oben genannten Gedenkveranstaltungen mit Gästen von der Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Dachau und mit Menschen aus dem Tölzer Land zu einem imposanten Gedenkzug von etwa 450 Teilnehmern. Er zog vom Mahnmal in Bad Tölz bis zum Mahnmal zwischen den Gemeinden Reichersbeuern und Waakirchen. Elisabeth Voigt leitete diesen abschließenden Gedenkzug. Viele Überlebende, die am 2. Mai 1945 hier befreit wurden, waren mit ihren Kindern und Enkeln unsere Gäste.

Folgende Unterlagen dokumentieren diese Gedenkzüge:

  • Plakat, Presseausschnitte und Organisationsplan
Plakat des Gedenkzuges in Wolfratshausen / Bad Tölz / Grünwald 1999 Zeitungsartikel: Reise in eine schmerzliche Vergangenheit (SZ Wolfratshausen) Zeitungsartikel: Reise in eine schmerzliche Vergangenheit (SZ Wolfratshausen) - Fotos
Zeitungsartikel: Erinnerung an einen schrecklichen Weg (SZ Bad Tölz) Zeitungsartikel: Akt des Gedenkens und der Versöhnung (SZ Bad Tölz) Erste Seite aus Broschüre - Artikel über Gedenkzug und Zeitzeugen
Zweite Seite aus Broschüre - Artikel über Gedenkzug und Zeitzeugen Dritte Seite aus Broschüre - Artikel über Gedenkzug und Zeitzeugen Organisations- und Zeitplan für Gedenkzug
  • Fotos
  1. Die drei Initiatoren und Organisatoren der zehn Gedenkzüge posieren mit ihrem Plakat für die Presse: In der Mitte Elisabeth Voigt, Lehrerin an der Fachoberschule in Bad Tölz, rechts Otto-Ernst Holthaus, Kaufmann in Wolfratshausen, links Friedrich Schreiber, Journalist und ehemaliger Nahost-Korrespondent der ARD. Anlass war eine Pressekonferenz in Bad Tölz.
  2. Gedenkzug vom Mahnmal in Wolfratshausen zum Mahnmal in Eurasburg. Lisabeth Voigt und Friedrich Schreiber führen ihn an.
  3. Elisabeth Voigt in Wolfratshausen.
  4. Start des Gedenkzuges vom Mahnmal in Bad Tölz zum Mahnmal in Waakirchen, dem Ort der Befreiung vieler Überlebender. Erkennbar Otto-Ernst Holthaus, Elisabeth Voigt (konzentriert nach untern blickend), Frau Marie-Luise Schulze-Jahn, Überlebende der "Weißen Rose", der Oberbürgermeister von Bad Tölz.
  5. Marsch durch Bad Tölz.
  6. Marsch durch Bad Tölz
  7. Zwi Katz und Menachem Waksberg in Bad Tölz, zwei Kameraden in den Lagern von Kaufering, die den Todesmarsch wenige Kilometer von hier überlebten.
  8. Zwi Katz begleitet von Korvettenkapitän Fritz-Walter Odinius, der in der Kauferinger Welfen-Kaserne und im "Moll-Bunker", an dem Zwi mitgebaut hat, laufend Gedenkveranstaltungen für Soldaten und Bürger aus Landsberg und Kaufering organisiert.
  9. Im Nachbardorf Greiling der Überlebende Mordechai Heinovits, der mit seiner Frau, einem Sohn und einer Tochter und vier Enkeln zu dieser Gedenkfeier gekommen ist. Neben ihm Elisabeth Voigt und Friedrich Schreiber begleiten diesen leider im Jahre 2005 verstorbenen Liebling der Würmtaler Bürgerinitiative
  10. Zwi, Odinius Waksmann und – dahinter Mordechai – haben Reichersbeuern erreicht, das letzte Dorf vor der Befreiung.
  11. Die vielen Teilnehmer des Gedenkzuges haben sich vor dem Gemischtwarenladen von Friedel Kunstwald versammelt. Das hat seinen Grund.
  12. Friedel Kunstwald hat 1945 als Kind Häftlingen geholfen. Später hat er über Zwi Katz wichtige weichen gestellt.
  13. Die Teilnehmer hören die Geschichte von Kunstwalds Treffen mit Zwi und Kunstwalds Kontakt zum Gautinger Bürgermeister, dem Initiator der Mahnmale
  14. Uri chanoch und Rabbiner Langnas aus München sprechen vor dem letzten Mahnmal, dem Ort der Befreiung, das Totengebet für die Opfer des Todesmarsches., der hier für sie endete.
  15. Die Gedenkzüge sind überkonfessionell. Dekan Rupert Franja spricht ein katholisches gebet des Todengedenkens. Auch Abba Naor wurde hier befreit.
  16. Eine Szene, die alle Teilnehmer, gleich welchen Glaubens und welcher Nationalität und welchen Alters tief bewegte. Dana Havkin, eine Enkelin von Abba Naor, beglückwünscht ihn zu seinem dreifachen Überleben: "Großvater, Du hast Hitler besiegt. Durch Dich ist meine Mutter geboren. Und durch sie bin ich geboren. Großvater, wir verdanke Deinem Überleben unser Leben. Großvater, wir lieben Dich."
  17. Uri und Abba, Ernst und Friedrich: zwei Überlebende, zwei die ihrer gedenken.
  18. Müde am Ende von vielen Märschen in zwei Tagen, aber glücklich am Ort der Befreiung: der Pfarrer, Uri, Chaim Konwitz, Menachem, der Rabbiner, Ernst und Helga König, die den Gedenkzug von Dachau nach München-Pasing organisiert hatte.

Würmtal - Würmtaler Gedenkzug im Jahre 1999

Der Würmtaler Gedenkzug 1999 fand am Samstag, den 1. Mai auf der "klassischen" Strecke von Lochham bis Gauting statt. Er wurde von Herrn Studiendirektor Ulrich Müller geleitet.

An den vier Mahnmalen in Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting wurden - wie im Vorjahr - von Schülerinnen und Schülern der drei Würmtal-Gymnasien Worte des Gedenkens gesprochen.

In Verbindung mit unserem Gedenkzug hielt Uri Chanoch, Vorsitzender der "Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau" einen Vortrag.

Folgende Unterlagen dokumentieren diesen Gedenkzug:

  • Plakat und Presseausschnitte
Plakat des Gedenkzuges im Würmtal 1999 Brief an KED mit Bitte um finanzielle Unterstützung Zeitungsartikel: Ankündigung Gedenkzug Zeitungsartikel: Akt der Versöhnung