Fotos - Gedenkzüge 2000 - 2004

Drei Generation an der Spitze des Gedenkzuges
  1. Gedenkzug im Jahre 2000 durch das Würmtal von Gräfelfing bis Planegg, allen voran Zwi Katz, der Überlebende, mit dem Gräfelfinger Bürgermeister Christof Göbel, der fast sein Enkel sein könnte. Daneben Friedrich Schreiber, der Sprecher der Würmtaler Bürgerinitiative. Zwischen den Köpfen ein allgegenwärtiger Journalist: Martin Klaus von der Würmtal-SZ.
  2. Gedenkzug im Jahre 2000 von Wolfratshausen bis Eurasburg. Auch hier der Marsch von Mahnmal zu Mahnmal. Rechts Otto-Ernst Holthaus, Organisator des Zuges mit Zwi Katz und Friedrich Schreiber.
  3. Gedenkzug durchs Würmtal im Jahre 2001.
  4. Der Marschierer in Türkisblau ist Zwi Katz, dem die Schülerschaft des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums, wo er einen Vortrag über seine Erlebnisse hielt, diese dezente T-Shirt schenkten, auch eines für seinen Enkel Amir. Der auch mitmarschierte.
  5. Eine Szene im Jahre 2003 vor dem Mahnmal der Würmtal-Gemeinde Krailling, die uns allen Freude machte: Von links nach rechts: der Gräfelfinger Bürgermeister Christoph Göbel, Zwi Katz mit seiner Frau Esther, seinem Sohn Hagai, seiner Tochter Michal, sozusagen der Gastgeber: der Kraillinger Bürgermeister Dieter Hager, Dr. Jan Mühlstein, Vorsitzender der Liberalen Jüdischen Gemeinde von München und der Planegger Bürgermeister Dieter Friedmann. Alle Bürgermeister mit Amtskette: Das gehörte mittlerweile zum guten Ton der Würmtaler Gedenkzüge.
  6. Zwei Generationen führen den Würmtaler Gedenkzug des Jahres 2002 an. Der Israeli Mordechai Heinovits mit einem Enkel und der Stockdorfer Gymnasiast Martin Schmid. Mordechai ist mit seiner Frau Miriam ins Würmtal gekommen, uns mit seinem Sohn Effi, seiner Tochter Dorit und seiner Schwiegertochter Anat, und mit seinen Enkeln Bar, Din und Eden. Martin ist Sprecher der Schülermitverwaltung des Feodor-Lynen-Gymnasiums von Planegg. Er hält Kontakt zur "Mischpacha Heinovits", auch wenn der liebenswerte Großvater im Jahre 2005 gestorben ist. Miriam ist trotzdem gekommen. Die Würmtaler lieben die Heinovits-Familie.

Liste der Plakate der Gedenkzüge der Jahre 2000 bis 2004


2000 Würmtal

2000 Wolfratshausen-Eurasburg

2001 Würmtal

2002 Würmtal

2003 Würmtal

2003 Wolfratshausen-Eurasburg

2004 Würmtal

Presseartikel über die Würmtaler Gedenkzüge
der Jahre 2000 bis 2004


Inserat Würmtal 2000

Inserat Würmtal 2001

Inserat Würmtal 2002

Inserat Würmtal 2003

Im Jahre 2004 das Foto nach der Pressekonferenz in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Stockdorf, unserem zentralen Standort Alt und Jung aktiv vereint, von links nach rechts: Studiendirektor Hans-Joachim Stumpf vom Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting, sein Planegger Kollege Christian Schulz vom Feodor-Lynen-Gymnasium, Friedrich Schreiber und hinter ihm der Jahr für Jahr eifrige Planegger Gymnasiast Martin Schmid, die Gautingerin Johanna Dettwitz vom Christlich-Jüdischen Dialog, die Hausherren: Pfarrer Peter und Pfarrerin Christine Samhammer, beide bei uns Jahr für Jahr aktiv, und die Gymnasiasten Reinhard Wittgen und Christine Häfner. Nur die jugendlichen Schulvertreter wechseln von Jahr zu Jahr - bis auf Martin.

Gedenkzug 2003

Artikel über Zwi Katz

Kurzer Halt des Gedenkzuges vor dem Planegger Mahnmal mit Bürgermeister Dieter Friedmann.

Inserat Würmtal 2004

Gedenkzüge 2000 bis 2004

Die Leistung des Jahres 1999 mit zehn Gedenkzügen zwischen Dachau und Waakirchen, in Kaufering/Landsberg und Mühldorf/ Ampfing führte im nächsten Jahr zu vier schönen Erfolgen: in Dachau, Karlsfeld, München-Obermenzing und Starnberg errichteten Städte und Gemeinden vier neue Mahnmale und schlossen damit die Kette von 19 Pilgrim-Denkmälern in allen Städten und Gemeinden zwischen Dachau und Waakirchen.

Die große Anstrengung von 1999 konnte in den folgenden Jahren aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht wiederholt werden. Doch die Würmtaler Bürgerinitiative "Gedenken Todesmarsch von Dachau" beschloss, ihren Gedenkzug nicht nur im folgenden Jahr 2000, sondern in jedem Jahr zu organisieren. Er sollte eine Tradition werden und es wurde eine lebendige Tradition - getreu unseren Mottos Mahnmale lebendig machen und Den Stab der Erinnerung an die Jugend weitergeben und getreu unserem Organisationsmodell. Vor allem die verstärkte Mitarbeit der Gymnasien durch Lehrer und Schüler und die aktive Mitwirkung unserer Bürgermeister ermunterten uns.

Besonders erfreulich war die Teilnahme von Überlebenden mit ihren Familien. Zwi Katz mit Frau Esther, Tochter , Sohn Hagai und Enkel Amir. Unser schönstes Erlebnis: In der Evangelischen Kirche Stockdorf feierten wir die Publikation von Zwis Buch Von den Ufen der Memel ins Ungewisse. Der Text war in den Würmtaler Gymnasien entstanden.

Wir dokumentieren mit Fotos, Plakate und Presseartikel unsere Gedenkarbeit in den Jahren 2000 bis 2004. Dem Gedenkzug von 2005 mit besonders starker Teilnahme von Überlebenden und ihren Familien und mit neuen Inhalten ist unter Gedenkzug 2005 eine eigene Kategorie gewidmet.

Info 2004

Gedenkzüge zur Erinnerung an die "Todesmärsche von Dachau" (von Kaufering, Mühldorf und Dachau in Richtung Alpen)

Ende April 1945, wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden Tausende von Häftlingen aus dem KZ Dachau und seinen Außenlagern in Kaufering und Mühldorf in Richtung Alpen "evakuiert", die meisten in Fußmärschen, viele auch mit Güterzügen. Auf diesem letzten Leidensweg starben sehr viele KZ-Häftlinge an Erschöpfung oder wurden von den Wächtern ermordet. Für sie wurden die "Evakuierungsmärsche" zu einem Todesmarsch.

Die Mehrzahl der KZ-Häftlinge wurde auf folgender Hauptstrecke nach Süden getrieben: Dachau, Karlsfeld, Mü-Allach, Mü-Obermenzing, Mü-Pasing, Gräfelfing, Planegg, Krailling, Gauting, Starnberg, Aufkirchen, Dorfen, Wolfratshausen, Eurasburg, Königsdorf, Bad Tölz, Waakirchen.

"Denkmale lebendig machen"

In all diesen Orten stehen heute Mahnmale zur Erinnerung an den "Todesmarsch von Dachau". Dies wurde möglich, weil im Jahre 2001- nur zwei Jahre nach den Gedenkzügen von 1999 auf fast allen Strecken zwischen Dachau und Waakirchen - auch in Dachau, Karlsfeld, Obermenzing und Starnberg die von Professor Hubertus von Pilgrim geschaffenen Mahnmale aufgestellt wurden. Entlang der Nebenstrecken der Todesmärsche stehen Denkmale in Landsberg, Fürstenfeldbruck, Grünwald und Geretsried.

Um die Erinnerung an diesen letzten Opfergang von Tausenden von KZ-Häftlingen wachzuhalten und die bronzenen Mahnmale entlang der historischen Wegstrecken Denkmale lebendig zu machen, organisieren regionale Bürgerinitiativen zusammen mit dem Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" seit 1998 Gedenkzüge auf den historischen Wegstrecken. - wie in einer Stafette der Solidarität mit den Opfern.

Tradition der Gedenkzüge

Nach unserer Kenntnis wurden die ersten Gedenkzüge zur Erinnerung an den "Todesmarsch von Dachau" im Jahre 1995 - zum 50. Jahrestag - von engagierten Bürgerinnen und Bürger zwischen Starnberg und berg sowie im Münchener Stadtteil Allach (südlich von Dachau) organisiert. Am 9. November 1997 marschierten Gautinger Schüler vom Mahnmal ihrer Gemeinde bis zum Mahnmal in Planegg (Anlass war für sie die Erinnerung an den 9 November 1938.)

Am 1. Mai 1998 übernahm eine Bürgerinitiative der Würmtal-Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting diesen Gedanken und organisierte einen Gedenkzug auf dem historischen Leidensweg, entlang der bestehenden Mahnmale in diesen Orten. Angeführt wurde dieser Gedenkzug von Überlebenden des Todesmarsches von 1945. Ihnen folgten viele Jugendliche mit ihren Lehrern und Angehörige evangelischer und katholischer Gemeinden mit ihren Pfarrern. Vor den Mahnmalen sprachen Jugendliche Worte des Gedenkens, ehemalige KZ-Häftlinge Worte der Versöhnung. Mit dieser Aktion legte die Bürgerschaft des Würmtals den Grundstein für eine neue Tradition von Gedenkzügen

Stafette der Solidarität mit den Opfern

Diesem Beispiel folgend organisierten regionale Bürgerinitiativen im Mai 1999 entlang der gesamten Wegstrecke von Dachau bis Waakirchen, und auch in Kaufering/Landsberg und Mühldorf, den Orten mit den Außenlagern von Dachau, insgesamt neun Gedenkzüge auf folgenden Wegstrecken: Dachau-Pasing, Lochham- Gauting, Starnberg-Wolfratshausen, Wolfratshausen-Eurasburg, Grünwald-Geretsried, Geretsried-Königsdorf, Bad-Tölz -Waakirchen, Kaufering-Landsberg und Mühldorf-Ampfing.

Den "Stab der Erinnerung" an die Jugend weitergeben

Die Bürgerinitiativen dieser regionalen Gedenkzüge arbeiten bei Planung und Durchführung sehr eng mit Schulen der jeweiligen Gemeinden zusammen. Schülermitverwaltungen wirken an der Organisation der Gedenkzüge tatkräftig mit. Vor den Gedenkzügen berichten Überlebende der Todesmärsche in Gymnasien und Realschulen über ihre Erlebnisse. Während des Gedenkzuges sprechen Schülerinnen und Schüler vor den Mahnmalen Worte des Gedenkens. So reicht die ältere Generation den Stab der Erinnerung an Nazi-Verbrechen in unserer unmittelbaren Heimat an die junge Generation weiter.

Ein Beispiel macht Schule

Seit Begründung der neuen Tradition der Gedenkzüge zur Erinnerung an die Todesmärsche von Dachau im Mai 1998 wurden nach unserer Kenntnis von örtlichen Organisatoren folgende Gedenkzüge und Gedenkveranstaltungen organisiert:

  • In Dachau war schon seit längerer Zeit ein Ort bürgerschaftlichen Engagements. Vor allem der Verein "Zum Beispiel Dachau" war mit Gedenkveranstaltungen in die Öffentlichkeit getreten. Nach dem Gedenkzug Dachau-Pasing von 1999 formierte sich die aktive Gruppe "Dachauer Initiative Mahnmal Todesmarsch", der nicht nur die feierliche Einweihung vom 23. Mai 2001 veranstaltete, sondern auch danach zahlreiche Gedenkveranstaltungen organisierte.

    Die Topographie der Dachauer Erinnerungslandschaft legt es nahe, dass die dortigen Gedenkaktivitäten an Ort wie KZ-Gedenkstätte, Jugendbegegnungshaus oder Erschießungsstätte Hebertshausen stattfinden. Die Verkehrssituation lädt nicht zu nachdenklichen Märschen ein.

  • In Allach waren schon im Jahre 1995 - siehe Stichwort "Tradition der Gedenkzüge" - vorwiegend katholische Bürgerinnen und Bürger gedenkpolitisch aktiv geworden. Im Jahre 1999 übernahmen sie - zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern aus Obermenzing - im Rahmen des damaligen Gedenkzugs von Dachau bis Pasing die organisatorische Gestaltung auf ihrer Strecke. Höhepunkt dieses wachsenden Engagements war dann am 28. April 2001 die Einweihung des Mahnmals in Obermenzing. Hier hatte sich die katholische Pfarrgemeinde Leiden Christi besonders engagiert.
  • In Fürstenfeldbruck sind uns Aktivitäten seit dem Jahre 1999 Gedenkveranstaltungen des "Arbeitskreises Mahnmal Landkreis Fürstenfeldbruck" bekannt, die in fast allen folgenden Jahren in unterschiedlicher form wiederholt wurden: in erster Linie vor dem zentral gelegenen Mahnmal, aber auch im Landratsamt oder in der Stadtbibliothek wie im Jahre 1999. Die Organisatoren sind sehr darauf bedacht, Überlebende einzuladen und die örtlichen Schulen in ihre Gedenkarbeit einzubeziehen.
  • In Wolfratshausen wurde die Initiative des Jahres 1999 im Jahre 2000 durch einen Gedenkzug entlang der historischen Loisachstrecke über das historische "Rastlager" bis zum Mahnmal bei Eurasburg fortgesetzt. Das von Otto-Ernst Holthaus verkörperte Engagement der "ersten Stunde" übernahm in dieser Stadt vor allem die evangelische Pfarrgemeinde.
  • In Mühldorf hat sich nach 1999 ein besonders aktiver Verein "Für das Erinnern, KZ-Gedenkstätte Mühldorfer Hart" konstituiert, der mit viel Energie und langem Atem bemüht ist, die Umgestaltung der dortigen Bunkerruine mit den Überresten des "Wallagers" und des Massengrabes in eine staatlich getragene Gedenkstätte voranzutreiben und durchzusetzen. Der aktive Bürgerkreis entwickelt dafür Konzepte und organisiert Führungen. Zahlreiche Informationsveranstaltungen ergänzen das Gesamtkonzept Initiatoren aus Mühldorf, Ampfing, Waldkraiburg oder ganz kleinen Dörfern. Eine bewundernswerte Basisarbeit, die vorwiegend von Lehrern, Erwachsenenbildnern und Historikern getragen wir!
  • Eine hervorragende Gedenkarbeit wird auch seit langer Zeit in Kaufering und in Landsberg geleistet, dem zweiten Raum, in dem Zehntausende von Häftlingen Rüstungsbunker bauen mussten und bei Kriegsende auf Todesmärsche getrieben wurden. Heute gelingt dies vor allem im unkomplizierten Zusammenwirken der Stadt Landsberg mit der in Kaufering und Penzing stationierten Bundesluftwaffe, die den alten "Moll-Bunker" betreibt und unter der Obhut von Fregattenkapitän Fritz-Walter Odinius nicht nur für Bundeswehrangehörige ein intensives Informationsprogramm organisiert. - Begründer der Gedenkarbeit im Raum Landsberg/Kaufering war Anton Posset, der um die Sicherung von Orten der Zwangsarbeit sehr bemüht war und die Bürgervereinigung "Landsberg im 20. Jahrhundert" gründete. Leider hat sich dieser verdienstvolle Pionier nicht nur mit Ewiggestrigen, sondern auch mit gutmütigen Bürgern und vielen Überlebenden zerstritten. Man ist überrascht, wenn man bei selbstloser Gedenkarbeit auf persönliche Eifersüchteleien stößt. Auch das ist menschlich.