Gemeinde Gräfelfing feiert 10 Jahre Würmtaler Gedenkzug

Seit April 1998 organisiert die "Würmtaler Bürgerinitiative zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau" jeweils in den letzten Apriltagen, dem historischen Datum des Todesmarsches von 1945, Gedenkzüge entlang der Mahnmale in den vier Würmtal-Gemeinden. Die Gemeinde Gräfelfing würdigte diese zehnjährige Gedenkarbeit ihrer Bürgerinnen und Bürger durch eine Feier mit prominenten Festrednern.

Bürgermeister Christoph Göbel präsentierte den Gästen aus Gräfelfing und den anderen Würmtal-Gemeinden, illustren Gästen aus München, dem Landkreis und aus Israel ein hochkarätiges Festprogramm:

Grußworte sprachen:
Dr. Peter März, Direktor der bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und Kooperationspartner der Würmtaler Bürgerinitiative
Uri Chanoch, Präsident der Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau
Charlotte Knobloch Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Präsidentin der Jüdischen Gemeinde München-Oberbayern

Den Festvortrag hielt

Dr. Hans-Jochen Vogel Gründer und Ehrenvorsitzender des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie"
Dank sagte
Dr. Friedrich Schreiber Sprecher der "Würmtaler Bürgerinitiative zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau" und Vorsitzender des Vereins "Gedenken im Würmtal"
Musikalische Umrahmung: Jugendmusikschule Gräfelfing

Fotos vom Gedenkzug 2007

Fotos von Gräfelfing, Planegg, Krailling, Stockdorf und Gauting, mit Bürgermeistern, Pfarrern und Lehrern, mit Kindern, Schülern und Eltern, auch mit Charlotte Knobloch, Fotos also von ernstem Gedenken und auch von frühlingshafter Hoffnung.

Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal
Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal
Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal
Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal
Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal Erinnern - Gedenkzug 2007 im Würmtal

Texte zu den Fotos vom Gedenkzug 2007

Die Nummerierung der Fotos geht von links nach rechts und von oben nach unten.

  1. Gräfelfing 29.5.2007, Beginn des 10. Würmtaler Gedenkzugs zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau, angeführt von Dr. Friedrich Schreiber und Karl Rom, einem Überlebenden eines Todesmarsches vom Dachauer Außenlager von Kaufering. Schreiber gründete die Würmtaler Bürgerinitiative, die diesen Gedenkzug seit zehn Jahren organisiert, und ist jetzt Vorsitzender des Vereins "Gedenken im Würmtal".
  2. Gedenkfeier vor dem Mahnmal in Gräfelfing. Bürgermeister Christoph Göbel begrüßt die Teilnehmer des 10. Würmtaler Gedenkzugs. Daneben Kinder der Jugendmusikschule Gräfelfing.
  3. Dominik Lindner, Sprecher der Schülermitverwaltung des Gräfelfinger Prof.-Kurt-Huber-Gymnasiums, spricht Worte des Gedenkens. Daneben Karl Rom, Überlebender des Todesmarsches, Bürgermeister Göbel und Friedrich Schreiber
  4. Kinder der Jugendmusikschule Gräfelfing, eingerahmt von Bürgermeister Göbel, dem Planegger Pastoralreferenten Dr. Florian Schuppe und Frau Christine Jung-Döhmer, Leiterin der JMS Gräfelfing.
  5. Ende der kurzen Gedenkfeier vor dem Gräfelfinger Mahnmal.
  6. Am 10. Gedenkzug der Würmtaler Bürgerinitiative von Gräfelfing bis Gauting nahmen Hunderte von Bürgern teil.
  7. Gedenkfeier vor dem Mahnmal Planegg. Bürgermeister Dieter Friedmann begrüßt die Teilnehmer aus Gräfelfing und seiner eigenen Gemeinde. Thomas Schaffert mit dem Kinderchor der Musikschule Planegg-Krailling und der St.-Elisabethkirche.
  8. Marvin Lausmann, Sprecher der Schülermitverwaltung des Planegger Feodor-Lynen-Gymnasiums, trägt Worte des Gedenkens vor. Daneben Friedrich Schreiber. Rechts vom Mahnmal der Planegger Bürgermeister Dieter Friedmann, umgeben vom Gräfelfinger Bürgermeister Göbel und dem Überlebenden Karl Rom.
  9. Am Ende der Gedenkfeier vor dem Mahnmal in Planegg. Der Überlebende Karl Rom spricht das Kaddisch, das jüdische Totengebet. Rechts vom Mahnmal der Planegger Bürgermeister Dieter Friedmann, der Gräfelfinger Bürgermeister Göbel, Friedrich Schreiber und Dr. Florian Schuppe, Pastoralreferent an der katholischen St.-Elisabethkirche in Planegg, der ein christliches Totengebet sprach. Rechts neben Rom (mit Gitarre) Thomas Schaffert, Leiter der Musikschule Pla-negg-Krailling mit Kindern der Schule und der St.-Elisabethkirche
  10. Gedenkfeier vor dem Mahnmal in Krailling. Die Gemeinderätinnen Maximilane Mehringer und Karin Wolf begrüßen die Teilnehmer des Gedenkzugs. Daneben Karl Rom, Vikarin Karin Braun und Pfarrer Dr. Günter Riedner aus Gauting.
  11. Der Kraillinger Gymnasiast Benjamin Schwarz spricht Worte des Gedenkens. Rechts daneben Thomas Schaffert, Karl Rom, Martin Schmid, das jüngste Mitglied unseres Vereinsvorstands, der für uns die überlebenden Gäste betreut, Karin Braun und Dr. Günter Riedner.
  12. Vikarin Karin Braun und Pfarrer Dr. Günter Riedner von der evangelischen Christuskirche in Gauting sprechen gemeinsam das christliche Totengebet. Dazwischen Karl Rom, der das jüdische Totengebet sprach. Links daneben Thomas Schaffert von der Jugendmusikschule Planegg-Krailling.
  13. Gedenkfeier vor dem Mahnmal in Gauting. Friedrich Schreiber begrüßt Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Rechts im Bild die Gautinger Bürgermeisterin Brigitte Servatius und Simon Hennen, Sprecher der Schülermitverwaltung des Gautinger Otto-von-Taube-Gymnasiums, der Worte des Gedenkens sprach. Links neben Frau Knobloch Karl Rom und der Gautinger Altbürgermeister Dr. Ekkehard Knobloch, der die Errichtung der Mahnmale zur Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau initiiert und vorangetrieben hat.
  14. Zum Abschied der Gedenkfeier vor dem Gautinger Mahnmal spricht der evangelische Ortspfarrer Dr. Günter Riedner ein christliches Totengebet für alle Opfer des Todesmarsches von Dachau.
  15. Der Organisator des Würmtaler Gedenkzugs dankt Frau Präsidentin Charlotte Knobloch im Geiste des gemeinsamen Erinnerns an die Opfer des Naziregimes und im Kampf gegen Neo-Nazis und Antisemitismus. Frau Knobloch dankte den Bürgern der Würmtal-Gemeinden für das alljährliche Gedenken an die Opfer des Todesmarsches von Dachau und ermuntert sie zum Kampf gegen den aktuellen Antisemitismus.

Würmtaler Gedenkzug 2007

"Erinnerung an den Todesmarsch von Dachau"

Charlotte Knobloch spricht zu den Bürgern

Am Sonntag, den 29. April 2007, veranstalteten wir zum zehnten Mal in zehn Jahren unseren Gedenkzug zur Erinnerung an den "Todesmarsch von Dachau". Wie schon am 1. Mai 1998 marschierten wieder Hunderte von Würmtaler Bürgern auf der historischen Strecke entlang der Würm - wie in der Nacht vom 26. zum 27. April 1945, als über 8000 Häftlinge aus den KZs von Dachau und Kaufering von SS-Wächtern durch die vier Gemeinden Gräfelfing, Planegg, Krailling und Gauting getrieben wurden.

Am Rande dieses historischen Leidensweges errichteten die vier Würmtal-Gemeinden im Jahre 1989 eindrucksvolle Mahnmale zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches von Dachau. Nach dem Motto "Denkmale lebendig machen" marschieren die Teilnehmer des Gedenkzugs von Mahnmal zu Mahnmal. In kurzen Feiern gedenken wir dort der Opfer.

Hier die traditionellen Etappen und die Inhalte der Mahnmals-Feiern unseres Gedenkzugs 2007:

Lochham Pasinger Str. 94 (ProMarkt MediMax) 13.30 Uhr
Gräfelfing Mahnmal - Pasingerstraße am Friedhof 14.00 Uhr
Planegg Mahnmal - Pasinger-/Germeringer Str. 15.00 Uhr
Krailling Mahnmal - Gautinger Straße 15.45 Uhr
Stockdorf Baierplatz 16.15 Uhr
Gauting Mahnmal Pasingerstraße am Friedhof 16.45 Uhr

Rathausplatz - Ende gegen 17.45 Uhr
  • Vor jedem Mahnmal erwartete uns - feierlich mit Amtskette - der Bürgermeister bzw. in Gauting die Bürgermeisterin, um mit einer Begrüßungsrede das Engagement der Gemeinde für unser bürgerschaftliches Gedenken zu bekunden – in Gräfelfing Christoph Göbel, in Planegg Dieter Friedmann, in Krailling Dieter Hager und in Gauting Brigitte Servatius.
  • Dann ergriffen die Sprecher der Schülermitverwaltungen der drei Würmtal-Gymnasien das Wort, um aus ihrem Empfinden heraus der Opfer des Todesmarsches zu gedenken: in Gräfelfing Dominik Lindner vom Kurt-Huber-Gymnasium, in Planegg Marvin Lausmann vom Feodor-Lynen-Gymnasium, in Krailling Benjamin Schwarz vom Kurt-Huber-Gymnasium und in Gauting Simon Hennen vom Otto-von-Taube-Gymnasium.
  • Neu in unserem Programm: Kinder örtlicher Jugendmusikschulen von Gräfelfing, Planegg-Krailling und Gauting sangen Psalmen und biblische Klagelieder.
  • Am Ende dieser kurzen Gedenkfeiern wurden christliche und jüdische Totengebete gesprochen: von Pfarrer Dr. Günter Riedner von der evangelischen Christuskirche in Gauting, von Pastoralrefernt Dr. Florian Schuppe von der katholischen St.Elisabethkirche in Planegg und das Kaddisch von Karl Rom, Mitglied der Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau.
  • Nach einer Gedenkminute zogen die jungen und älteren Bürger mit ihren Bürgermeistern, Lehrern und Pfarrern zum nächsten Mahnmal.

Als die Teilnehmer des Gedenkzugs 2007 das Gautinger Mahnmal neben dem jüdischen Friedhof erreichten, erlebten sie eine freudige Überraschung: Neben der Gautinger Bürgermeisterin Brigitte Servatius erwartete sie Frau Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde von München-Oberbayern und Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Wie schon zwei Tage zuvor bei der 10-Jahres-Feier im Gräfelfinger Bürgerhaus sprach Charlotte Knobloch auch vor dem Gautinger Mahnmal zu den Würmtaler Bürgern. Sie pries ihr Engagement für das Gedenken an die Opfer des jüdischen Volkes und alle anderen Opfern des Nazi-Regimes. Sie mahnte zur Wachsamkeit gegen Worte und Taten von Neonazis. Die Teilnehmer dankten der Zentralrats-Präsidentin mit herzlichem Beifall für ihr unerwartetes Erscheinen.

Wie bei allen bisherigen Gedenkzügen gaben Polizeibeamte von Planegg und Gauting unserem Zug über die Staatsstraße 2063 ein sicheres Geleit. Freiwillige des Malteser Hilfsdienstes wachten über unsere Gesundheit.