23. November 2014: Totengedenken im Jüdischen Friedhof Gauting

Sonntag, 23. November 2014, 14.00 Uhr - Gauting, Planegger Straße 26

Trauer nur für Juden? Nein, gewiss nicht! Denn Frau Charlotte Knobloch, Präsidentin der Jüdischen Gemeinde von München und Oberbayern, gedachte letzten Sonntag im israelitischen Friedhof in Freimann der im 1. Weltkrieg gefallenen deutschen Soldaten jüdischen Glaubens, so wie die Würmtaler Bürgerinnen,Bürger, Bürgermeisterinnen oder Pfarrer unserer Kriegsopfer. Da wollten wie Sie nicht stören.

An diesem Totensonntag gedenken wir der jüdischen KZ-Häftlinge, die Verfolgung, Zwangsarbeit und Todesmärsche überlebt hatten, aber nach ihrer Befreiung an den Folgen der unmenschlichen Haft starben. Diese Menschen ruhen ohne Angehörige in unserer Würmtaler Erde. 

Diese letzten Opfer der Nazidiktatur wollen wir ehren im Sinne der Nächstenliebe und laden Sie zu unserer Trauerfeier im Jüdischen Friedhof von Gauting herzlich ein.

  • Christen gedenken jüdischer Opfer - Einführung durch Sabine Baumgartner.
  • Jeder Mensch hat einen Namen - Schülerinnen und Schüler des Otto-von-Tau-be-Gymnasiums in Gauting, des Kurt-Huber-Gymnasiums in Gräfelfing und des Feodor-Lynen-Gymnasiums für Planegg, Krailling und Neuried lesen die Namen aller 171 Toten.
  • Kaddisch - Unser Mitglied, Dr. Eliezer Pankiewicz, spricht das Totengebet, und schildert das Schicksal seiner Familie in Polen.
  • Steine der Erinnerung - Nach jüdischer Sitte legen wir Steine auf die Gräber.

Prof. Dr. Walter Fürnrohr
Gesellschaft für Archäologie
Gauting

Dr. Jan Mühlstein
Liberale Jüdische Gemeinde
Lochham

Sabine Baumgartner
Evang.Luth. Kirchenvorstand
Wald Kirche Planegg

Hans Joachim Stumpf
Otto-von-Taube-Gymnasium
Gauting

Karl Rom
Überlebender KZ Kaufering
Gedenken im Würmtal e.V.

Dr. Friedrich Schreiber
Gedenken im Würmtal e.V.
Gräfelfing

3. Mai 2014: Würmtaler Gedenkzug

Nach den Massenmorden in den Vernichtungslagern Osteuropas wurden seit dem Winter 1945 etwa 250.000 jüdische Zwangsarbeiter von Auschwitz und anderen osteuropäischen KZ-Lagern nach Deutschland verbracht, in eiskalten Zügen und strapaziösen Märschen. Zehntausende starben, auch Ende April 1945 bei den drei Todesmärschen durch das Würmtal in Richtung Alpen. Diese Toten in unserer Heimat waren die letzten Opfer des Völkermordes an den Juden Europas.

25 Jahre Todesmarsch-Mahnmale

Gauting, Gräfelfing, Krailling und Planegg errichteten im Jahre 1989 Mahnmale zur Erinnerung an die Todesmärsche von Dachau. Aus diesen ersten 4 wurden bis heute 23. Um dieses historische Gedenkwerk lebendig zu machen, organisieren wir seit Mai 1998 alljährlich den Würmtaler Gedenkzug - gemäß unserem Motto:

"Denkmale lebendig machen"

Wir Würmtaler Bürgerinnen und Bürger und unsere Jugend bitten Sie: Begleiten Sie uns auf dem Leidensweg der etwa 10.000 KZ-Häftlinge aus Dachau, Allach und Kaufering, die am 26. und 27. April 1945 durch unsere Gemeinden getrieben wurden.

Samstag, 3. Mai 2014

Lochham Pasinger Str. 94 (Parkplatz MakroMarkt) 13.00 Uhr
Gräfelfing Mahnmal - Friedhof 13.30 Uhr
Planegg Mahnmal - Pasinger- / Germeringer Str. 14.45 Uhr
Krailling Mahnmal - Gautinger Straße 15.45 Uhr
Stockdorf Baierplatz (nur Vorbeimarsch) 16.45 Uhr
Gauting Mahnmal - Friedhof 17.15 Uhr
  Rathausplatz - Ende gegen 18.00 Uhr

Ein Pendelbus bringt Teilnehmer in diese Orte zurück.

Wir empfangen Überlebende der Todesmärsche von Dachau, Allach und Kaufering. Mit ihren Kindern und Enkeln bauen sie mit uns eine Brücke der Versöhnung und der Freundschaft.

Gedenken im Würmtal e.V.