Berichte über das Kriegsende von Pfarrern der Erzdiözese München-Freising

Seit dem Jahr 2005 können sich Forscher des Themas "Todesmärsche" im südlichen Oberbayern auf eine neue und interessante Quelle stützen. Am 7. Juni 1945 erteilte Kardinal Faulhaber, Erzbischof der Diözese München-Freising, allen Pfarreien seines Erzbistums den Auftrag, "über die Auswirkungen des letzten Krieges und ... die Ereignisse gelegentlich des Einmarsches der amerikanischen Truppen" in ihren Pfarrgemeinden zu berichten. Von den 670 Pfarreien folgten 562 diesem Auftrag. Im Jahre 2005 veröffentlichte das Ordinariat diese historisch aufschlussreichen Berichte unter dem Titel: "DAS ENDE DES ZWEITEN WELTKRIEGS IM ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING, Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums München und Freising". Alle 50 Orte entlang der Todesmarschstrecken sind dabei. Wir haben sie analysiert und präsentieren unsere Ergebnisse im Kapitel "Quellen". Über einige Bereiche erhielten wir interessante Informationen, die eine partielle Korrektur der Hauptquellen erfordern.

Wir nennen einige:

 

  • Verhältnisse im zweiten Etappenlager bei Achmühle-Bolzwang (28.-30.4.1045, in dem Häftlinge aus den drei Märschen aus Allach, Dachau und Kaufering fast drei Tage verbrachten.;
  • Abtrennung der russischen Häftlinge vom Hauptzug zwischen Eurasburg und Beuerberg;
  • Wahrscheinliche Beendigung des "Todesmarsches von Dachau" in Waakirchen mit viel höheren Befreiungszahlen;
  • Tegernseer Tal: wahrscheinliches Ziel der Todesmärsche aus Lagern im Münchner Osten und nicht des Dachauer Marsches;
  • Wertvolle Informationen aus den Pfarreien Dachau-St.Nikolaus, Aufkirchen, Degerndorf, Beuerberg, Reichersbeuern, Waakirchen, Gmund, Tegernsee, Rottach-Egern, Bad Wiessee.
  • Kein einziger Pfarrerbericht aus dem Würmtal zwischen Allach und Gauting.