Todesmärsche von den Außenlagern des KZ-Komplexes Dachau

Von den über 150 Außenlagern, die vor dem Eindringen der alliierten Truppen von der SS-Zentrale des Lagerkomplexes Dachau verwaltet und kontrolliert wurden, waren gegen Kriegsende für Hitler, Göring, Himmler und Speer die Lager im Raum Kaufering/Landsberg und im Raum Mühldorf/Ampfing besonders wichtig, weil dort ein Heer von Zwangsarbeitern gewaltige Bunkerbauten errichten musste, um unter bombensicheren Betongewölben den Düsenjäger ME 262 zu produzieren, um mit dieser "Wunderwaffe" von den Alliierten die Luftherrschaft zurückzugewinnen.

Wir konzentrieren uns deshalb unter der Überschrift "Außenlager" auf diese Massenlager, weil die Gesamtzahl der Häftlinge, die von dort Ende April evakuiert wurden und die auf diesen Transporten zu Fuß und per Bahn starben, größer war als die Zahl der Häftlinge und der Opfer des "Todesmarsches von Dachau".

Wir behandeln auch die Räumung der kleineren KZ-Lager im Umfeld von Dachau und München, um einen möglichst genauen Gesamtüberblick über Todesmärsche und Bahntransporte im Bereich des Lagerkom-plexes des KZ Dachau zu gewinnen und auch um Verwechslungen zu vermeiden, die in der Literatur häufig vorkommen:

  • Evakuierungsmärsche und Bahntransporte aus den elf Kauferinger KZ-Lagern (genauer: erst 11, dann 9, Ende April nur noch 7 Lager)
  • Bahntransport aus den zwei KZ-Lagern von Mühldorf/Ampfing nach Tutzing und Seeshaupt
  • Evakuierungsmärsche aus drei KZ-Lagern in östlichen Vororten Münchens nach Wofratshausen, in Richtung Bad Tölz und möglicherweise bis ins Tegernseer Tal.
  • Wir erwähnen auch das südlich von Dachau gelegene KZ-Lager Allach, weil Häftlinge der Kauferinger Lager 3 und 11 dorthin marschieren mussten und weil Häftlinge aus Allach etwa vier Stunden vor dem "Todesmarsch von Dachau" (Abmarsch KZ-Dachau, 26.4.1945, gegen 21.00 Uhr) in Richtung Alpen marschierten (bis Geretsried-Buchberg und bis Waakirchen).